Intelligente Systeme

Lehrer*innen der Zukunft sind vor allem „Beziehungs“-Menschen

Vielfalt möglich zu machen ist nicht nur eine Sozialmaßnahme, sondern nach Peter Kruse eine Bedingung für das Funktionieren intelligenter Systeme. Wenn wir die Funktionsweise bspw. eines Gehirns auf die Organisation einer Gemeinschaft übertragen, dann braucht diese für ihre wirkungsvolle Selbstorganisation drei unterschiedliche Handlungsqualitäten: Erregung, Bewertung und Vernetzung.

  • Erregung (Nervenbahnen bilden): –> wenn Menschen tätig sind und sich im Detail vertiefen
  • Bewertung (Nervenbahnen stärken/ schwächen): –>wenn Menschen diese Tätigkeit reflektieren
  • Vernetzung (Nervenbahnen verknüpfen): –> wenn Menschen unterschiedliche Tätigkeiten in Verbindung bringen

Demzufolge wäre es in Bildungsräumen wichtig, dass Menschen mit unterschiedlichen Interessen miteinander in Kontakt kommen:

  • Fach-Menschen, Expert*innen, Forscher*innen, …
  • Kreative Menschen, Künstler*innen, Irritierende, Hinterfragende, …
  • Beziehungs-Menschen, die wissen, wo wer mit welchen Qualitäten zu finden ist

Natürlich kann jedes Individuum in allen drei Rollen tätig sein. Allerdings hat jede*r unterschiedliche Schwerpunkte. Genau diese Vielfalt gilt es zu sehen, zu stärken und zu nutzen. Im klassischen Schulsystem ist die Fach-Tätigkeit schlicht übergewichtig. Und genau hier sollte der Fokus der Lehrer*innen-Rolle verschoben werden hin zu einer Beziehungs-Rolle, die für eine vertrauensvolle Atmosphäre sorgt, genügend Künstler*innen und Fachmenschen in den Bildungskontext einbezieht und die Kreativität, Expertise und andere unterschiedliche Qualitäten der Kinder und Jugendlichen miteinander in Kontakt bringt.

Welche Handlungsqualität liegt dir am meisten? …Vertiefen? …Hinterfragen? …oder in Beziehung stellen?

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